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Der Jugendliche hinter den Wörtern

Schon zehn Minuten liege ich auf meinem Bett und frage mich, wer das hier überhaupt lesen wird. Wiederum: Wer diese ersten Satz liest, hat wahrscheinlich vor den ganzen Abschnitt zu lesen. Vielleicht überfliegt man den Text auch nur oder erhofft sich ein poetisches Meisterwerk, dass man in den Beiträgen nicht finden konnte. Oder man interessiert sich für den Schreiber dieses Blogs, der anstelle Sport zu treiben, in jungen Jahren lieber solche und andere Texte verfasst. Also wer jetzt noch liest, scheint sich wirklich bewusst zu sein, dass dieser Text von Inhalt extrem überflutet ist. Vergleichbar mit einer Lidl-Kasse, an der ich meine Gedanken voll und ganz dem aufgebackten Cent-Brötchen widme.

Doch jetzt auch mal kurz zu mir. Weil ich irgendwann und irgendwo von irgendjemand erfahren habe, dass wenn man nur Zahlen und Daten bei der Beschreibung des eigenen Ichs verwendet, eine Persönlichkeitsstörung hätte, fange ich mit meinen Lieblingsaktivitäten an. Diese erinnern eher an einen Durchschnittsjugendlichen, der gerne Musik hört, sich mit Freunden trifft und am Computer spielt. Zudem geht er auch gerne ins Kino oder in die Stadt. Ausnahmsweise spielt er keine Konsole und mag auch kein Dönerfleisch in der Mittagspause. Da ist Lidl mit den Cent-Brötchen und den Brotaufstrichen schon besser. Auf dem Boden hinter dem Discounter wird dann bei zwei Liter Cola Flaschen das Mahl eingenommen. Ganz stilvoll mit Plastikverpackung und Gangsterrap. Okay, das war übertrieben. So schlimm bin ich gar nicht, denn wer mag keinen Jugendlichen, der seiner Mutter die Wäsche sogar bis vor die Waschmaschine legt. Der seit November nicht mehr unter dem Bett aufgeräumt hat und der lieber eine Plastikpalme anstatt einen Hund besitzt, damit man nicht Gassi gehen muss. Ich gebe zu, selbst die Plastikpalme habe ich nicht. Noch nicht. Genauso wie eine Kommode oder einen Teppich, den ich schon vor Jahren kaufen wollte. Einen neuen Laptop bräuchte ich auch, denn mein aktueller ist durch einen Bildschirmfehler nur noch zu 50 Prozent benutzbar. Runtergefallen und draufgedappt. Also einmal runtergefallen und ein anderes Mal draufgedappt. Zum Glück glaube ich an Schicksal und bin mir dadurch sicher, dass der Unfall meines Notebooks gewollt war. Er war vielleicht vom Technikmarkt gewollt. Vielleicht wollten die, dass ich einen Neuen kaufe. Doch tut mir leid, mein Geldbeutel ist nicht leer. Ihn gibt es gar nicht.

Respekt, wer bis jetzt folgen konnte und immer noch Lust hat weiterlesen. Applaus, an die die selbst bei der Plastikpalme weitergelesen haben. Ich hole mir jetzt ein Müsli mit bis zum Rand gefüllter Milch, das eine Tropfenspur bis zu meinem Zimmer legt. Wegwischen tue ich diese Spur durch das ganze Haus sogar. Na ja, eher verwischen, damit man sie nicht mehr sieht. Dieser Text ist wirklich unnötig. Selbst das Ende hat nicht mal ein salonfähiges Sprachmittel. Oder doch. Ende gut, alles gut. Das war eine sogenannte Ellipse. Selbst ich musste das Fachwort googlen.